
Arena auf Ewald
(c) Sebastian Sendlak
Das ehrgeizige Großprojekt auf dem traditionsreichen Zechengelände in Herten steht vor dem Aus. Nach dem Eröffnen eines Insolvenzverfahrens am Donnerstagmorgen müssen namhafte Konzerte – darunter die Show von Poplegende Ronan Keating – ersatzlos gestrichen werden.
Die Nachricht schlug am Donnerstagmorgen, den 9. Juli 2026, wie eine Bombe in der regionalen Eventbranche ein: Die ambitionierte „Arena auf Ewald“ in Herten steckt in massiven finanziellen Schwierigkeiten. Das zuständige Amtsgericht in Bochum hat um 08:38 Uhr offiziell ein Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der Betreibergesellschaft „Vest im Revier GmbH“ angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Maximilian van Kell aus Recklinghausen bestellt, zudem wurde ein allgemeines Verfügungsverbot erlassen. Für das Festivalgelände hat dieser juristische Schritt sofortige, drastische Konsequenzen, da mehrere der geplanten Großkonzerte mit sofortiger Wirkung abgesagt werden mussten.

(c) Sebastian Sendlak
Das Projekt hatte Dimensionen, wie sie die Stadt Herten im Eventbereich bislang noch nicht erlebt hatte. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen sollte sich das historische Areal der Zeche Ewald in eine pulsierende Mischung aus Public-Viewing-Meile und Open-Air-Konzertgelände verwandeln. In der Anfangsphase schien die Rechnung der beiden Geschäftsführer Frank Südfeld und Dirk Lasarz auch voll aufzugehen. Während der Vorrundenspiele und des Achtelfinales der deutschen Nationalmannschaft strömten jeweils mehrere tausend Fußballfans auf das Gelände, um gemeinsam zu feiern. Doch mit dem vorzeitigen und unerwartet frühen Ausscheiden des deutschen Teams aus dem Turnier riss die Euphorie abrupt ab, und das Publikumsinteresse an den nachfolgenden Public-Viewing-Veranstaltungen ließ spürbar nach.
Schleppender Ticketverkauf erzwingt namhafte Absagen
Neben der schwindenden Fußball-Begeisterung erwies sich der Ticketverkauf für die eigentlichen Konzert-Highlights als der entscheidende Genickbruch für die Veranstalter. Die Nachfrage blieb über das gesamte Programm hinweg meilenweit hinter den ursprünglichen Kalkulationen zurück. Von den insgesamt zur Verfügung stehenden 50.000 Eintrittskarten für sämtliche Events konnten die Betreiber bis zum Schluss lediglich knapp 15.000 Tickets absetzen.
Die wirtschaftliche Schieflage führte bereits zur Streichung prominenter Künstler aus dem Terminkalender. So fielen der Auftritt der Sängerin Loi am 8. Juli sowie die für den 12. Juli angesetzte Show der Heavy-Metal-Band Accept dem Rotstift zum Opfer. Auch das mit Spannung erwartete Doppelkonzert des irischen Superstars Ronan Keating und des deutschen Sängers Kamrad, das für Montag, den 13. Juli, terminiert war, kann nicht mehr stattfinden. Ob und in welcher Form bereits geplante Format-Abende wie die große Malle-Party oder der Schlager-Abend doch noch durchgeführt werden können, war am Donnerstagnachmittag noch Gegenstand intensiver Verhandlungen.

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Veranstalter Dirk Lasarz: „Niemand wird im Regen stehen gelassen“
In einem emotionalen Interview mit dem Lokalsender Radio Vest bezog Mitveranstalter Dirk Lasarz am Donnerstagmittag persönlich Stellung zur aktuellen Krise und den bitteren Folgen für die Region. Er machte kein Hehl aus seiner Gefühlslage und bezeichnete die Insolvenz des ambitionierten Projekts als eine schmerzhafte persönliche Niederlage. Dennoch betonte er im Gespräch mit Moderator Ingo Arndt, dass man sich nun keineswegs wegducken werde.
Das Hauptaugenblick des Teams liege nun auf der Schadensbegrenzung, um zu retten, was zum aktuellen Zeitpunkt überhaupt noch zu retten sei. Vor allem mit Blick auf die enttäuschten Ticketkäufer fand Lasarz deutliche Worte und versicherte, dass im Zuge der Abwicklung niemand im Regen stehen gelassen werden soll. In laufenden Krisengesprächen mit dem Insolvenzverwalter werde unter Hochdruck an tragfähigen Lösungen gearbeitet. Dabei soll schnellstmöglich geklärt und transparent kommuniziert werden, wie mit den bereits im Vorfeld gekauften Eintrittskarten verfahren wird und welche Optionen zur Rückerstattung für die Betroffenen bestehen.
