Neue Fahrzeuge für die Feuerwehr Castrop-Rauxel
Feuerwehr neue RTW_2

(c) Stadt Castrop-Rauxel

Zum Jahresende 2025 hat die Feuerwehr Castrop-Rauxel ihren Fuhrpark erweitert. Zwei neue Rettungswagen und eine moderne Drehleiter ersetzen ältere Fahrzeuge und erhöhen zugleich die Kapazitäten im Rettungsdienst. Die offizielle Indienststellung erfolgte im Beisein von Bürgermeister Rajko Kravanja, Feuerwehrdezernent Michael Eckhardt und Bereichsleiter Björn Gehre. Ziel ist es, den steigenden Anforderungen im Einsatzgeschehen gerecht zu werden. Die Stadt setzt dabei auf aktuelle Technik und verbesserte Sichtbarkeit.

Neue Drehleiter ersetzt 20 Jahre altes Fahrzeug

Die neue Drehleiter stammt vom Hersteller Rosenbauer und ist auf einem Mercedes-Atego-Fahrgestell aufgebaut. Sie verfügt über einen fünfteiligen Leiterpark mit Gelenkarm, der das Anleitern an Dachgauben, Überständen und geneigten Dachflächen erleichtert. Die Nennrettungshöhe liegt bei 23 Metern, die Ausladung bei zwölf Metern. Damit können Personen bis zum achten Obergeschoss gerettet werden.

Der fest montierte Rettungskorb ist für bis zu fünf Personen und ein Gesamtgewicht von 500 Kilogramm ausgelegt. Eine integrierte Krankentragehalterung erlaubt den Transport von Schwerlastpatienten bis 300 Kilogramm. Zusätzlich kann am Korb ein Wasserwerfer zur Brandbekämpfung montiert werden. LED-Scheinwerfer sorgen für eine gezielte Ausleuchtung des Einsatzbereichs.

Zur Sicherheitsausstattung gehört eine Hochspannungswarneinrichtung, die bei Annäherung an Stromleitungen warnt. Ergänzt wird die Beladung durch Atemschutzgeräte, Motorsägen und Kaminkehrwerkzeug. Zwischen Ausschreibung und Auslieferung lagen rund 18 Monate. Die Kosten betrugen etwa 1,2 Millionen Euro.

Zwei neue Rettungswagen für steigenden Bedarf

Bereits Ende November 2025 wurden zwei neue Rettungswagen offiziell in Dienst gestellt. Ein Fahrzeug ersetzt einen RTW aus dem Jahr 2018 mit über 230.000 Kilometern Laufleistung. Mit dem zweiten RTW erhöht die Stadt zugleich die Zahl der eingesetzten Fahrzeuge und setzt damit Vorgaben des Rettungsdienst-Bedarfsplans des Kreises Recklinghausen um.

Die Fahrzeuge basieren auf Mercedes-Sprinter-Fahrgestellen und wurden von der Feuerwehr selbst konzipiert. Sie verfügen über moderne notfallmedizinische Ausstattung zur Versorgung während des Transports ins Krankenhaus. Ein zentrales Element ist das integrierte Telenotarztsystem. Über Video- und Audiotechnik kann das Rettungspersonal bei Bedarf einen Notarzt aus der Leitstelle zuschalten und medizinische Maßnahmen abstimmen.

Die Planungs- und Beschaffungsphase dauerte rund drei Jahre. Die Kosten pro Rettungswagen lagen bei etwa 370.000 Euro. Diese werden über die gesetzlichen Krankenkassen als Kostenträger refinanziert.

Einheitliches Design erhöht Sichtbarkeit

Alle drei neuen Fahrzeuge rücken künftig im neuen Design der Stadtfamilie aus. Stationiert sind sie an der Feuer- und Rettungswache an der Frebergstraße sowie an der Rettungswache Nord an der Hedwig-Kiesekamp-Straße. Das auffällige Erscheinungsbild soll insbesondere bei Einsatzfahrten die Sichtbarkeit erhöhen und das Unfallrisiko für Einsatzkräfte und Patientinnen und Patienten senken.

Diskussion um Finanzierung des Rettungsdienstes

Unabhängig von der Fahrzeugbeschaffung wird derzeit landesweit über die Finanzierung des Rettungsdienstes diskutiert. Hintergrund ist ein Konflikt zwischen Kommunen und Krankenkassen über die Abrechnung sogenannter Fehlfahrten, also Einsätze ohne anschließenden Transport ins Krankenhaus. In Castrop-Rauxel müssen Patientinnen und Patienten aktuell keine zusätzlichen Kosten tragen.

Die Stadt ist rechtlich verpflichtet, ihre Rettungsdienstgebühren kostendeckend zu kalkulieren. Eine Überarbeitung der Satzung ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen. Dabei will sich die Verwaltung mit anderen Städten im Kreis Recklinghausen sowie mit den Krankenkassen abstimmen und aktuelle Entwicklungen auf Landes- und Bundesebene berücksichtigen.

Am Ablauf eines Rettungseinsatzes ändert sich für die Bevölkerung nichts. Der Rettungsdienst steht weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung.