Straßenwärterinnen feiern 40 Dienstjahre – Drei Pionierinnen blicken zurück
40 Jahre Straßenwaerterinnen

(c) Autobahn Westfalen GmbH

Vor fast vier Jahrzehnten haben Bianca Kläsener, Cora Hölzer und Claudia Feldhaar Neuland betreten. 1985 starteten sie als erste Straßenwärterinnen auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Heute feiern sie ihr 40-jähriges Dienstjubiläum bei der Autobahn GmbH, Niederlassung Westfalen.

Der Einstieg war kein Selbstläufer. Viele Betriebe hatten damals keine Infrastruktur für Frauen. Vorurteile gehörten ebenfalls zum Alltag. Feldhaar wollte eigentlich Kfz-Mechanikerin werden, wurde jedoch abgewiesen. Für die drei bot der Landschaftsverband Westfalen-Lippe erstmals Ausbildungsplätze für Frauen an. Neun Frauen begannen damals unter insgesamt 70 Auszubildenden.

Der Berufsstart war von Skepsis geprägt. Kläsener erinnert sich, dass männliche Kollegen Werkstattarbeiten übernahmen, während sie Regale reinigen sollte. An anderen Standorten lief es anders: In Rhede war die Landwirtschaft prägend, dort wurden Frauen selbstverständlich in handwerklichen Tätigkeiten gesehen.

Im Laufe der Jahre kamen besondere Einsätze hinzu. Beim Papstbesuch 1987 wurde die A31 zum Parkraum. Kläsener war im Einsatz, ohne jedoch einen Blick auf den Gast werfen zu können. 2010 stellte ein starker Winterdienst die Teams auf die Probe. Für Hölzer war der Schnee dennoch eine willkommene Abwechslung.

Die beruflichen Wege entwickelten sich unterschiedlich. Hölzer arbeitet weiterhin im Streckendienst der Meisterei Recklinghausen. Feldhaar wechselte 2019 in die Verwaltung der Meisterei Gelsenkirchen. Kläsener übernahm nach einer Umschulung die stellvertretende Leitung der Meisterei Dorsten. Was bleibt, ist ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Die drei beschreiben ihre Arbeitswelt als eng, kollegial und direkt organisiert.

Der Frauenanteil in den Meistereien bleibt niedrig. In der Niederlassung Westfalen arbeiten 629 Menschen, darunter 51 Frauen. Die Jubilarinnen sehen dennoch Potenzial. Der Beruf bietet handwerkliche Aufgaben, Weiterbildungsmöglichkeiten und sichere Perspektiven. Ihre Empfehlung an junge Frauen fällt klar aus: Mut zeigen und den Schritt wagen.