Bombenfund in Moers
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(c) Stadt Moers

Krankenhaus und Seniorenstift müssen für kontrollierte Sprengung evakuiert werden

Ein amerikanischer Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg sorgt für einen massiven Großeinsatz im Kreis Wesel. Weil der Zünder beschädigt ist, muss die Zehn-Zentner-Bombe gesprengt werden – 2.600 Menschen sowie Hunderte Patienten müssen die Gefahrenzone verlassen.

Ein spektakulärer Bombenfund im niederrheinischen Moers hat am heutigen Mittwochnachmittag, 27. Mai 2026, einen der größten Evakuierungseinsätze der jüngeren Stadtgeschichte ausgelöst. Bei Erdarbeiten für ein neues Wohnquartier an der Straße „Am Fünderich“ in Moers-Mitte stießen Bauarbeiter auf eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

Da der Zünder beim damaligen Aufprall vor über 80 Jahren zerschellte, ist eine klassische Entschärfung durch den Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Düsseldorf unmöglich. Die Experten müssen den tonnenschweren Blindgänger noch im Laufe des Abends vor Ort kontrolliert sprengen. Hierfür wurde ein strikter Sicherheitsradius von 800 Metern rund um die Fundstelle eingerichtet.

Krankenhaus und Pflegeheim im Radius: Hunderte Transporte laufen

Die logistische Herausforderung für die Rettungskräfte ist immens, da der Evakuierungsradius sensible medizinische und pflegerische Einrichtungen umschließt. Betroffen sind unter anderem:

  • Das örtliche Krankenhaus mit rund 450 Patientinnen und Patienten.

  • Das Seniorenstift Bethanien mit etwa 200 pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohnern.

  • Insgesamt rund 2.600 Anwohnerinnen und Anwohner aus den umliegenden Wohngebieten.

Sämtliche betroffenen Personen müssen ihre Wohnungen, Häuser und Zimmer am heutigen Mittwoch bis spätestens 18:00 Uhr verlassen haben. Die Feuerwehr startete den beispiellosen Transport-Großeinsatz bereits um 13:00 Uhr. Während die Leitung des Seniorenstifts bereits seit Dienstagabend über ein mögliches Szenario informiert war, schwärmten am Nachmittag städtische Mitarbeiter aus, um die Anwohnerschaft von Tür zu Tür zu benachrichtigen.

Für Bürgerinnen und Bürger, die während der Sperrung keine private Unterkunft finden, hat die Stadt eine provisorische Sammelunterkunft in der Sporthalle des Gymnasiums Adolfinum (Wilhelm-Schroeder-Straße 4) eingerichtet. Hilfsbedürftige, bettlägerige oder gehbehinderte Personen, die einen speziellen Krankentransport benötigen, können unter der städtischen Notrufnummer 02841 / 201-600 Unterstützung anfordern.

Überörtliche Hilfe: Düsseldorf schickt 90 Rettungskräfte

Aufgrund der enormen Anzahl an Krankentransporten hat die Stadt Moers umgehend überörtliche Hilfe angefordert. Die Landeshauptstadt Düsseldorf reagierte sofort: Gegen 13:00 Uhr machte sich ein großer Hilfskonvoi aus rund 90 Einsatzkräften auf den Weg in den Kreis Wesel. Die Einheiten setzen sich aus Kräften der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr, ehrenamtlichen Helfern der Freiwilligen Feuerwehr sowie Spezialisten der Düsseldorfer Hilfsorganisationen (Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst) zusammen.

Ab 18:00 Uhr werden sämtliche Straßen im 800-Meter-Radius unbarmherzig gesperrt. Die Stadt Moers bittet alle Autofahrer, den Bereich weiträumig zu umfahren. Dies gilt insbesondere für Pendler, die in Richtung der Autobahn 42, nach Rheinberg oder in die Moerser Innenstadt unterwegs sind.

Die genaue Dauer der Evakuierung ist derzeit noch völlig offen, da die Verlegung der Intensivpatienten extreme Präzision erfordert. Die Verantwortlichen streben jedoch an, die kontrollierte Sprengung des Blindgängers bis spätestens 24:00 Uhr erfolgreich abzuschließen. Aktuelle Updates und der minutengenaue Status der Sperrungen werden fortlaufend über die offiziellen städtischen Social-Media-Kanäle auf WhatsApp, Instagram und Facebook bereitgestellt.

Update:

Die kontrollierte Sprengung der beiden Bomben war erfolgreich. Um 0:28 Uhr konnten die Sperrungen aufgehoben werden, und alle durften wieder zurück in ihre Gebäude.