Museumsführung in Dinslaken beleuchtet die Geschichte der Esskultur
Museum Voswinckelshof

(c) Martin Buettner

Das Museum Voswinckelshof lädt im Juli zu einer kulinarischen Zeitreise ein. Nach dem Rundgang erwartet die Gäste ein Live-Experiment aus der Molekularküche.

Die Kulturgeschichte des Essens und Kochens steht im Mittelpunkt einer besonderen Veranstaltung in Dinslaken. Am Sonntag, 19. Juli 2026, veranstaltet das Museum Voswinckelshof eine öffentliche Führung durch seine aktuelle Sonderausstellung „Küche Kochen Esskultur“. Ab 15:00 Uhr erfahren die Besucherinnen und Besucher kulturhistorische Zusammenhänge darüber, wie stark Ernährung und die Zubereitung von Speisen mit gesellschaftlichen Veränderungen über die Jahrhunderte verknüpft sind. Die Schau beleuchtet den Wandel der alltäglichen Essgewohnheiten von der Vergangenheit bis in die moderne Gegenwart. Da die Plätze für das anschließende Begleitprogramm stark limitiert sind, wird interessierten Gästen eine frühzeitige Koordination empfohlen.

Molekulares Kochen live: Physiker präsentiert künstlichen Kaviar

Das eigentliche Highlight des Nachmittags wartet unmittelbar im Anschluss an den gemeinsamen Rundgang auf die Teilnehmenden. Der promovierte Physiker und langjährige Lehrer Norbert Stirba präsentiert dem Publikum die Live-Herstellung seines künstlichen Kaviars. Das kulinarische Experiment ist bereits aus Stirbas unterhaltsamem VHS-Vortrag „Chemie des Kochens“ bekannt, wo die Speise zwar verköstigt, der eigentliche Entstehungsprozess aus Platzgründen jedoch nicht demonstriert werden konnte. Diese Lücke schließt der Wissenschaftler nun im Museum und führt das sogenannte „molekulare Kochen“ unter den Augen der Gäste praktisch vor. Nach der erfolgreichen Produktion steht für die Anwesenden eine gemeinsame Verköstigung auf dem Programm.

Begrenzte Plätze im Museum Voswinckelshof: Anmeldung erforderlich

Während an der historischen Führung durch die Ausstellungsräume insgesamt zwanzig Personen teilnehmen können, ist die Kapazität für die anschließende Labor-Vorführung von Norbert Stirba strenger reglementiert. Für das Live-Experiment und die anschließende Verkostung ist die Teilnehmerzahl auf maximal zwölf Personen begrenzt. Um sich einen der begehrten Plätze für das Event zu sichern, bittet die Museumsleitung um eine verbindliche und rechtzeitige Anmeldung per E-Mail an die Adresse museum-voswinckelshof@dinlaken.de. Den Gästen wird ein gleichermaßen lehrreicher wie geschmackvoller Nachmittag versprochen.

Kochbücher als historische Quelle: Von Diktatoren bis zu Influencern

Die Sonderausstellung „Küche Kochen Esskultur“ stellt gedruckte Kochbücher in den Fokus und würdigt diese gezielt als wertvolle historische Quellen. Ausgehend von einer umfangreichen privaten Kochbuchsammlung sowie verschiedenen Exponaten aus dem Stadthistorischen Zentrum zeichnet das Museum die Evolution der regionalen Identität nach. Zu den Exponaten gehören auch echte Kuriosa, darunter ein spezielles Kochbuch der Diktatoren, ein historisches Kochbüchlein für Kinder sowie die Rezeptbroschüre eines bekannten zeitgenössischen Food-Influencers. Die Dokumente zeigen eindrucksvoll, wie sich gesellschaftliche Trends und politische Epochen auf den Tellern der jeweiligen Generationen widerspiegelten.

Generationenvertrag in der Küche: Die Weitergabe von Rezepten

Neben der Literatur sind Esskulturen seit jeher untrennbar mit der technischen Entwicklung, mit Haushaltsgeräten und Geschirr verbunden. Die Ausstellung veranschaulicht, wie Küchenutensilien emotionale Beziehungen über mehrere Generationen hinweg herstellen. Ein Beispiel hierfür sind in der Familie weitergegebene Rezepte und alte Küchengeräte, die oft über Jahrzehnte hinweg intensiv genutzt, repariert und schließlich vererbt wurden. Viele der ausgestellten historischen Kochbücher weisen durch den jahrzehntelangen Dauereinsatz am Herd entsprechende Gebrauchsspuren auf. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. August 2026 im Museum Voswinckelshof zu sehen und öffnet dienstags bis sonntags von 14:00 bis 18:00 Uhr ihre Tore.