Verdienstkreuz am Bande für Renate Freundt aus Wesel
v.l.n.r.: Bürgermeister Rainer Benien, Verdienstordenträgerin Renate Freundt und der stellv. Landrat Günter Helbig bei der Ordensübergabe.

(c) Pressestelle Kreis Wesel

Renate Freundt aus Wesel ist mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Geehrt wird ihr jahrzehntelanges Engagement für den Naturschutz am Niederrhein.

Die Bundesrepublik Deutschland würdigt das Lebenswerk von Renate Freundt. Die 88-Jährige erhielt das Verdienstkreuz am Bande. Überreicht wurde die Auszeichnung im Weseler Rathaus. Freundt engagiert sich seit Jahrzehnten für Artenvielfalt und Naturschutz. Ihr Wirken reicht von Umweltbildung bis zur Biotopentwicklung.

Am Donnerstag, 8. Januar 2026, überreichte der stellvertretende Landrat Günter Helbig das Verdienstkreuz am Bande im Namen des Bundespräsidenten. Die Ehrung fand im Rathaus der Stadt Wesel statt. Helbig würdigte Freundt als Vorbild für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und als frühe Impulsgeberin für praktischen Naturschutz.

Naturschutz und Umweltbildung

Bereits während ihrer Tätigkeit als Grundschullehrerin verband Renate Freundt Unterricht mit Artenschutz. Sie führte Projekte mit Kindern durch und vermittelte Wissen über Tiere und Pflanzen am Niederrhein. Ziel war es, früh ein Bewusstsein für Natur und Umwelt zu schaffen.

Ende der 1980er-Jahre erwarb Renate Freundt gemeinsam mit ihrem Mann eine rund 11.000 Quadratmeter große Ackerfläche in der Flürener Heide. In Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde entwickelte sie das Gelände zu einer Fläche für Biotopvernetzung und Artenschutz. Das sogenannte „Biotop Freundt“ bietet heute Lebensraum für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten, darunter Arten der Roten Liste.

Forschung, Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit

Auf der Fläche führte Freundt umfangreiche Studien durch. Sie dokumentierte etwa 250 Eidechsen sowie über hundert Arten von Schwebefliegen und Wildbienen. Dabei konnten Arten nachgewiesen werden, die am Unteren Niederrhein als selten oder verschollen galten. Auch für stark gefährdete Arten in Nordrhein-Westfalen wurde das Biotop zu einem neuen Standort. Zusätzlich informiert Freundt die Öffentlichkeit mit Vorträgen und Führungen. Das Projekt wurde unter anderem in der WDR-Sendung „Heimatflimmern“ vorgestellt.

Neben ihrer praktischen Arbeit unterstützte Renate Freundt den Naturschutz auch finanziell. Spenden von ihr ermöglichten dem Naturschutzbund Deutschland den Erwerb wertvoller Flächen in der Dingdener Heide. Als langjähriges Mitglied von BUND und NABU übergab sie ihr Biotopprojekt mit detaillierten Pflegeanleitungen an die NABU-Naturschutzstiftung.

Renate Freundt erhielt bereits zahlreiche Ehrungen, darunter den Umweltpreis des Kreises Wesel, den Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland und die Goldene Ehrennadel des NABU-Bundesverbandes. Zuletzt wurde sie 2019 mit dem Klimaschutzpreis der Stadt Wesel ausgezeichnet.