
Rettungs-Sanitäter
(c) Hendrik Klein
Ein folgenschwerer Unfall im Berufsverkehr erschüttert die Region. Eine Autofahrerin gerät auf der Hagenstraße in den Gegenverkehr, erfasst drei fahrradfahrende Schulkinder und rammt mehrere parkende Wagen. Für zwei Jungen kommt jede Hilfe zu spät.
Ein unfassbar schwerer Verkehrsunfall hat sich am heutigen Mittwochmorgen, 27. Mai 2026, im niederrheinischen Dinslaken ereignet. Bei einer Kollision im Kreuzungsbereich von Hagenstraße und Feldstraße wurden drei Kinder von einem Auto erfasst. Zwei der betroffenen zwölfjährigen Schüler erlag im Laufe des Tages im Krankenhaus ihren lebensgefährlichen Verletzungen. Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen unter Hochdruck.
Wagen gerät in den Gegenverkehr: Kollision mit drei Fahrrädern
Nach den bisherigen, offiziellen Erkenntnissen der Kreispolizeibehörde Wesel und der Staatsanwaltschaft Duisburg ereignete sich das Unglück um 07:45 Uhr mitten im morgendlichen Berufs- und Schulwegverkehr. Eine 47-jährige Autofahrerin aus Dinslaken war mit ihrem Pkw auf der Hagenstraße unterwegs, aus Richtung Goethestraße kommend in Fahrtrichtung Helenenstraße.
Aus bislang völlig ungeklärter Ursache verlor die Frau im Verlauf der Straße plötzlich die Kontrolle über ihr Fahrzeug, kam nach links von ihrer Fahrbahnseite ab und geriet in den Gegenverkehr. Dort stieß ihr Wagen frontal mit drei entgegenkommenden Kindern zusammen, die auf ihren Fahrrädern unterwegs waren. Nach dem verheerenden Zusammenstoß mit den Radfahrern prallte das Auto der 47-Jährigen noch gegen drei am Straßenrand geparkte Fahrzeuge, bevor es schwer beschädigt zum Stillstand kam.
Beide schwerstverletzten Jungen im Krankenhaus verstorben
Die Wucht des Aufpralls war so enorm, dass zwei der drei jeweils zwölfjährigen Fahrradfahrer, die alle aus Duisburg stammen, schwerste Verletzungen erlitten. Ein Großaufgebot an Rettungskräften und Notärzten eilte zur Unfallstelle, um die Erstversorgung zu übernehmen. Ein angeforderter Rettungshubschrauber befand sich bereits im Anflug, letztlich wurden die Verletzten jedoch mit Rettungswagen in umliegende Spezialkliniken transportiert.
Trotz aller intensivmedizinischen Bemühungen der Ärzte kam für die beiden schwerstverletzten Jungen jede Hilfe zu spät: Am Mittag meldete die Polizei zunächst, dass eines der Kinder seinen Verletzungen erlegen war; am Nachmittag folgte die traurige Gewissheit, dass auch der zweite zwölfjährige Junge im Krankenhaus verstorben ist. Das dritte beteiligte Kind kam mit leichten Verletzungen und einem schweren Schock davon. Die 47-jährige Unfallverursacherin erlitt schwere Verletzungen und verblieb stationär in einer Klinik.
Spezialisiertes Unfallteam aus Essen im Einsatz
Für die Dauer der aufwendigen Rettungsmaßnahmen und der anschließenden Beweissicherung sperrte die Polizei die betroffenen umliegenden Straßen im Kreuzungsbereich weiträumig ab, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen im städtischen Raum führte. Die an dem Unfall beteiligten Fahrräder und Pkw wurden für weitere Untersuchungen von Abschleppdiensten sichergestellt.
Zur lückenlosen Rekonstruktion des Unfallgeschehens wurde ein spezialisiertes Unfallaufnahmeteam (VU-Team) der Polizei Essen angefordert, das die Spuren vor Ort akribisch sicherte. Angesichts der dramatischen Ereignisse waren zudem mehrere Notfallseelsorger und Opferbetreuer an verschiedenen Standorten im Dauereinsatz, um Augenzeugen, Ersthelfer und Angehörige psychologisch aufzufangen. Die Ermittlungen zum exakten Unfallhergang durch die Staatsanwaltschaft und die Verkehrsbehörde dauern an.
